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Kartoffeldruck für die RAF

In der Fernseh-Dokumentation "Andreas Baader, der Staatsfeind", die gestern wieder im Fernsehen lief, kommt u.a. der Werbegrafiker Holm von Czettritz zu Wort. Er erzählt auf witzige Weise, wie sein Bekannter Andreas Baader, damals schon polizeilich gesucht und deshalb untergetaucht, bei ihm vorbeikam und von ihm ein neues Logo für die RAF haben wollte.

(Mannomann, man stelle sich mal vor, die RAF wäre zu Zeiten der new economy tätig gewesen und hätte sich ein Logo mit dem dermaßen modischen und deshalb bald unerträglichen "Swoosh" gegeben... (Zur Beliebigkeit und Phantasielosigkeit von Logos s. auch Logohell von Steven Lekowicz).)
Jedenfalls: von Czettritz, hier ganz guter Berater, Grafiker und Kenner der Markenwelt, machte Baader klar, dass das bekannte RAF-Logo in seiner "Rustikalität" eine Originalität habe, die man nicht verändern solle: "Das muss diesen rauen Ursprungscharakter behalten. Das sag ich dir als Markenartikler." Seinem potentiellen Kunden schwebte dagegen damals eine zugänglichere Außendarstellung vor, erzählt Czettritz: "Die Elemente sollten wohl bleiben. Das war ja wie ein Kartoffeldruck. Aber das wollten sie irgendwie gefälliger." Czettritz hat den Auftrag dann abgelehnt und alles ist so geblieben wie es war. Und deshalb kennt heute jeder das mittlerweile emblematische Logo der RAF mit Maschinengewehr vor Sowjetstern.

Die Zitate stammen aus einem taz-Interview mit von Czettritz vom 12.04.2003

Noch'n Link über den Swoosh

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