Wir haben es schon immer gewusst, Qualität und nicht Quantität zählt. Wie anders könnte man sonst erklären, was der SPIEGEL zu vermelden hat: "Unter dem Gesichtspunkt der genetischen Komplexität spielt der Homo sapiens [...] in der gleichen Liga wie der ein Millimeter große Fadenwurm Caenorhabditis elegans, der im Boden lebt und schon nach drei Tagen geschlechtsreif ist."
Gut, glaubt man manchen Zeitgenossen, so waren auch sie bereits nach drei Tagen geschlechtsreif. Aber seien wir doch mal ehrlich: das Kunststück macht dem Fadenwurm niemand so schnell (sic) nach. Aber dennoch sind wir alle, und das nicht ohne Grund, angefüllt mit Überheblichkeit gegenüber den Fadenwurm. Dabei kommt es noch schlimmer: der Fadenwurm hat sogar nur 19.500 verschiedene Gene, der Mensch verfügt "nach den neuesten Erkenntnissen" (SPIEGEL-Jargon in Reinkultur...) über 20.000 bis 25.000 verschiedene Gene. Und um jetzt noch einen draufzusetzen: Arabidopsis thaliana (muss ich diesen bekannten Namen für die umfassend gebildete Leserschaft wirklich übersetzen? nun gut:), die gemeine Ackerschmalwand, hat sogar mehr als 27.000 Gene! Aber hier sehen wir eben: nicht die Menge machts! Ich bin mir sicher , dass Arabidopsis thaliana noch nicht einmal im entferntesten dazu in der Lage, ein Gefühl wie Überheblichkeit zu entwickeln. Während wir das relativ schnell (allerdings nicht in 3 Tagen) entwickeln. Hier werden nur Animisten widersprechen. Es kommt also vor allem darauf an, was man aus seinen Genen macht. Aber für diese Erkenntnis benötige ich noch nicht mal den Spiegel, da reicht es, vor die Tür zu gehen.
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