Gut, wem an der Überschrift nichts aufgefallen ist, braucht hier auch nicht weiterzulesen (obwohl, heißt es jetzt nach der Rechtschreibreform nicht: weiter zu lesen?). Wem doch was aufgefallen ist: Respekt, Respekt. Eine nette Glosse in der FAZ hat sich damit beschäftigt, dass Google einen immer wieder, sehr höflich und oft auch beachtlich treffsicher darauf hinweist, dass man eventuell Wörter falsch in das Suchfeld geschrieben hat. Lockomotive? Meinten Sie: Lokomotive. Der Glossist (heißt so ein Glossenschreiber, analog zum Grossisten? Natürlich nicht!) bewunderte vor allem die angenehme Art der Korrektur. Welcher Lehrer hat einen im Deutschunterricht schon so diskret auf die eigenen Schwächen verwiesen: “Meinten Sie Ferienerlebnis und nicht Fehrienerlebniss?”
Als kleines Nebenprodukt dieser beobachteten Google-Höflichkeit fällt die Erkenntnis ab, dass tatsächlich unglaublich viele falsch geschriebene Wörter im Internet stehen. Man muß ja gar nicht bei ebay die oft allzu hölzernen und unfreiwillig komischen Produktbeschreibungen durchgehen, es reicht ja schon, bei Google Wörter wie “Artzt” oder (einer der Favoriten des Glossisten) “Prozellan” einzugeben. P.S.: Hiermit ist der Wettbewerb eröffnet: wer findet das falsch geschriebene deutsche Wort, dass die meisten Google-Treffer liefert? Ich setze mal die Meßlatte: das Wort “Standart” wird 879.000 mal gefunden, wer bietet mehr? Keine falsche Silbe, kein Kompositum, es muß ein ganzes Wort sein.
Und: Wer weiß, was ein Grossist ist?