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Bepelzte Lösungsmittel-Millionen

Heilig’s Blechle, die Welt hat echt was zu bieten. Die Chefredakteurin der amerikanischen Vogue trägt leidenschaftlich gerne Pelz und macht dafür in ihrem Blättchen auch fleißig Werbung. Deshalb haben ihr Tierschützer schon einmal mitten in einem Four-Seasons-Hotel einen toten Waschbären in die Suppe gehauen. Damit nicht genug wurde ihr von der Tierschutz-Aktivistengruppe “Paint Panthers” vor sieben Jahren ihre Haustür und der Bürgersteig davor mit Mengen von roter Farbe eingefärbt, um gegen ihre Vorliebe für Pelze ein Zeichen zu setzen. Und jetzt beginnt erst die Geschichte: Frau Wintour ließ die Farbe entfernen und ging an diesem Tag brav zur Arbeit, um bei Vogue weiter dafür zu sorgen, dass Frauen sich die Häute von Tieren überstreifen. Ihr Kindermädchen aber, ihre “Nanny”, mußte in dem Haus eine ordentliche Portion der Verdünnungsmittel-Dämpfe einatmen, während die Farbe entfernt wurde. Die Folgen: sie fiel in Ohnmacht und leidet seitdem unter Kopfschmerzen, Taubheit, Inkontinenz und Gleichgewichtsstörungen, kann kaum noch für ihren kleinen Sohn sorgen, mußte aufhören zu arbeiten. Sie verklagte den Verlag und die Firma, die die Farbe damals beseitigen ließen, auf 50 Millionen Dollar und erhielt nun 2,2 Millionen zugesprochen.
Aber eigentlich warten doch die Tierschützer an dem ganzen Schuld, oder? Oder die Waschbären? Das Ganze klingt wie die Absurditäten in einer Jura-Hausarbeit, in der auch immer merkwürdigste Zusammenhänge einen Fall bilden, mit dem man zurande (alte Rechtschreibung: zu Rande) kommen muß. Life is stranger than fiction. Man stelle sich mal vor, man sitzt in einem Restaurant und da kommt jemand und knallt einem einen Waschbären auf den Teller…

Heimseite der Tierschutzorganisation PETA

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  • Motti

    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

    I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created parasitic wasps with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars. (Charles Darwin)

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