Jetzt gibts wieder was aufs Großhirn, nämlich was zum Lesen: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung. Diese kommt nicht aus dem Berliner Stadtteil Westend, sondern aus dem vornehmen Frankfurter Westend. Herausgeber ist das Institut für Sozialforschung, jenes berühmte Institut, das u.a. von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer geleitet wurde und als Zentrum der kritischen Theorie gilt (wenn denn eine Theorie ein Zentrum haben kann…).
Der heutige Leiter des Instituts, Axel Honneths, schreibt im Editorial:
Während Horkheimer und seine Mitarbeiter noch darauf vertrauen konnten, dass zwischen den Einzelwissenschaften hinreichend Einigkeit über die zentralen Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung besteht, weichen heute die Sichtweisen der verschiedenen Disziplinen schon terminologisch so stark voneinander ab, dass noch nicht einmal klar zu erkennen ist, ob sie überhaupt dieselben sozialen Vorgänge im Blick haben. Unter derartigen Bedingungen halten wir es für sinnvoll, durch die Bildung von thematischen Schwerpunkten ein Medium zu schaffen, das durch die Konzentration auf einen vermeintlich gemeinsamen Gegenstand die wechselseitige Überprüfung der Relevanz und Angemessenheit der Erklärungsansätze der jeweils anderen Disziplinen erlaubt; es wird sich zeigen, ob auch auf diesem Weg die Voraussetzungen zu verbessern sind, unter denen eine interdisziplinäre Sozialforschung allein gedeihen kann.
WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung