Viele Menschen glauben ja, dass Sie bereits alles wissen und der Lauf der Welten trotz all seiner Irrungen und Wirrungen das Ihnen schon Bekannte nur durchläuft, gewissermaßen abhakt. Obwohl mir diese Denkart fern liegt, hat der SPIEGEL in diesem einen vorliegenden Fall in einer Meldung, die eigentlich nur eine Wiedergabe ist, tatsächlich nur bestätigt, was ich und wahrscheinlich auch alle anderen auf diesem Erdkreis ohnehin schon längst wußten: Der hessische Ministerpräsident Koch war in seiner Jugend ein Schwerenöter, ein Abräumer, ja ein rechter Hallodri beim schwachen Geschlecht, das eigentlich nur bei ihm so recht schwach wurde, während seine Altersgenossen sich mit Carrera-Bahn und Modellflugzeugen zufrieden geben mußten.
Der SPIEGEL bringt einen Auszug aus dem Buch “Roland Koch – Verehrt und verachtet”, ein quasi-literarisches Machwerk, dass es schafft, in einem einzigen Satz das Elend einer Person, einer ganzen Generation, ja vielleicht eines ganzen Landes zusammenzufassen:
Es folgte eine kurze hochromantische Phase vor dem Abitur, deren Reiz noch gesteigert wurde, da Roland genau zu seinem 18. Geburtstag ein Auto bekam, einen neuen VW-Polo, der sich gut neben dem VW-Jetta der Mutter machte. Wenn die Junge Union Zeit ließ, inspizierten sie, Roland, Anke und ein paar Freunde, mit dem Auto die nähere Umgebung, bevorzugt dann, wenn es dunkel war.
Die Generation Bad Soden unterwegs. Da mag man gar nicht mehr vor die Tür gehen, jetzt, wo es so lange dunkel ist.
Teenie-Romeo. Die amourösen Anwandlungen des Roland K.