Also wenn so die Tropen aussehen, dann vielleicht doch besser der bayerische Wald.
Nicht nur die Website des “Tropenparadieses” in Krausnick in der ehemaligen CargoLifter-Halle sieht aus wie von Mitropa und ist so langsam, dass sie vermutlich auf einem Robotron-Server läuft, auch die Räumlichkeiten selbst versprühen den Charme einer Lagerhalle, in der jemand eine Plastikpalme vergessen hat. Wie hohl muß man eigentlich sein, um diese Ansammlung von Bambusstühlen, Wasser und Kunstfelsen auf irgendeine Weise mit den Tropen in Verbindung zu bringen? Die Bilder von der Eröffnungsfeier zeigen eine unglückliche Freakshow beschädigter Seelen, die sich auf ihren Weg aus der Realität in einem Stahltank geflüchtet haben.
Da vermutlich auch hier Steuergelder zur Schaffung von zukunftsträchtigen Cocktailausschenker- und Bambusstuhlwischer-Jobs draufgegangen sein werden, bleibt langsam zu fragen, ob man die im Tropenparadies und in Cargolifter versenkten Steuermillionen nicht besser direkt ausgezahlt hätte. Mit 10.000 € bar auf die Hand wäre sicher vielen Leuten in Krausnick und Umgebung mehr gedient als mit lauwarmem Wasser und einer “Viva Brasil”-Show.
Gerechnet wird mit 2,5 bis 3 Millionen Gästen pro Jahr. Falls diese völlig irrwitzige Erwartung eintreffen sollte, werde ich hier öffentlich Abbitte leisten und der Wiederaufforstung tropischer Regenwälder eine großzügige Spende zukommen lassen.
Telepolis über Brandenburg im Tropenfieber