Soziologen haben nun endlich das getan, was ich schon lange mal (allerdings mit meiner Schule) tun wollte: sie haben sämtliche 573 Schüler einer Highschool im Mittleren Westen der USA nach ihren romantischen und sexuellen Partnern aus den vergangenen eineinhalb Jahren gefragt. Die daraus entstandenen Diagramme zeigen lange Ketten,
die die Schüler mit einander verbinden. Da hat dann Schülerin A eine Beziehung mit Schüler B, der nach der Trennung eine Beziehung mit Schülerin C anfängt. Schülerin A und Schülerin C haben jedoch kaum gemeinsame Bekannte und sind nicht über andere Partner verknüpft. Die längste Kette etwa bestand aus 288 Schülern, schreiben Moody und seine Kollegen im “American Journal of Sociology”.
Gut, das würde ich jetzt nicht als die Super-Überraschung ansehen. Sehr schön dagegen das folgende Zitat:
Das ist bei den Teenagern ein bisschen wie eine lange Telefonleitung auf dem Land, die die einzelnen Farmen miteinander verbindet. Hin und wieder gibt es mal eine Abzweigung zu einer kleineren Seitengruppe.
Das ist allerdings in der Tat erstaunlich, dass sich Paarungsverhalten und Telefonverdrahtung so ähneln. Und wie ist das dann jetzt im Zeitalter von Handy und Voice-over-IP? Jeder mit jedem, oder wie? Außerdem muß hier mal die wirklich hanebüchene (ja, ja, die alten Wörter, die machens…) SPIEGEL-Masche angemerkt werden. Zeigt das zweite Foto zu dem Artikel doch ein verliebtes Paar, knutschend im Mohnfeld. Mannomann, der Lore-Roman läßt grüßen. Dabei weiß doch nun wirklich jeder, dass insbesondere amerikanische Teenager ihr ersten Liebesbeziehungen nicht in einem blühenden Mohnfeld knüpfen, sondern viel profaner ——- auf dem Rücksitz eines Autos.
Und hier die Paarungsketten als Großbild.