Der SPIEGEL amüsiert sich über von Werbeagenturen verursachte kulturelle Missverständnisse bei der mühsamen Arbeit, den Chinesen die Segnungen unseres Kulturkreises in Form von Werbung nahezubringen:
So berichten Werber über den Versuch von Coca-Cola, seinen Markennamen phonetisch ins Chinesische zu übertragen. Dabei kam unter anderem “Ke-kou-ke-la” heraus, was so viel bedeutet wie “Beiße die Wachs-Kaulquappe”. Nicht besser machte es demnach Erzrivale Pepsi. Den Slogan “Come alive with the Pepsi Generation” übersetzten die Verantwortlichen mit “Pepsi bringt deine Vorfahren aus dem Grab zurück”.
Was lernen wir daraus: in der chinesischen Sprache liegt Klugheit, Weisheit und vor allem: tiefe tiefe Wahrheit. Und es hat sich halt nur noch niemand Gedanken darüber gemacht, ob die Wörter Coca Cola und Pepsi nicht ihren Urgrund ohnehin im Chinesischen haben und mehr Wahrheit in sich tragen, als den heutigen Marketingabteilungen lieb ist. Wer weiß, ob nicht sehr viele Leute eine Limonade kaufen würden, die die Vorfahren aus dem Grab zurück bringt?
Im SPIEGEL-Artikel heißt es weiter:
Der Pornografie-Begriff etwa wird in China wesentlich strenger ausgelegt. Einem TV-Spot für Duschgel wurde dies zum Verhängnis. Zu sehen war eine Frau, die sich unter der Sprenkleranlage in einer Tiefgarage abseift und sich dabei auf einem Auto räkelt. Die Werbeaufseher verbuchten dies als Porno und verboten den Film.
Tja, und wie nennt man das bei uns? Autowaschen?
Liebe Werber, vielleicht sollte man nicht nur in China etwas länger darüber nachdenken (oder wie heißt das bei euch: brainen?), was man den lieben langen Tag so macht.
Im übrigen verstehe ich immer noch nicht, warum sich so viele Leute über Spam in ihrer E-Mail aufregen, sich mit anderer Werbung aber offenbar schon abgefunden haben. Wo ist der Unterschied zur Werbung auf der Straße oder im Fernsehen, die mich ebenfalls aggressiv, ungefragt und belästigend anspringt?
SPIEGEL-Online: Bloß nicht ins Schwitzen kommen. Werbe-Patzer in China.