Der Berichterstatter in Moby Dick, Ishmael, erzählt:
Die Skelettabmessungen, mit deren Niederlegung ich nun beginnen werde, kopiere ich wortwörtlich von meinem rechten Arm, wo ich sie eintätowieren ließ, da es während meiner wilden Wanderungen zu jener Zeit keine andere sichere Möglichkeit gab, solche wertvollen Statistiken zu erhalten. Da ich jedoch knapp an Platz war und wünschte, daß die anderen Partien meines Körpers frei blieben als Seite für ein Gedicht, welches ich zu der Zeit gerade ersann – zum mindesten, was an untätowierten Teilen noch verblieben sein mochte -, gab ich mich nicht mit den zerquetschten Zoll ab; ebensowenig sollten in der Tat Zoll überhaupt in eine dem Gegenstand angemessene Vermessung des Wals Eingang finden.
Genau, das sehen wir auch so. Und stehen voller Bewunderung vor einem Gedichte Ersinnenden, sich Walmaße in den Arm tätowieren Lassenden und kaum noch Platz am Körper Habenden. Und denken, dass man seine Sache nur wirklich ernst meint, wenn man sie sich eintätowieren läßt. (Aber was für eine Sache verfolgt man wohl im Leben, wenn man Ornamente auf dem Steiß spazieren trägt? Ich bin ein Barock-Tischbein?)
Bei unserem örtlichen Tätowierladen hängt seit ein paar Tagen ein kleines Schild an der Tür: “JA, es tut weh!”
Life is stranger than fiction
Moby Dick