Also wem SPEX oder ähnliche Magazine zu spießig werden sollten, der oder die sollte sich mal “FAZ” holen, das freche Jugendmagazin mit wenig Bildern und cooler Fracture-Headline gibt es an jedem guten Kiosk. Man lese dort bitte nach, was Dietmar Dath, hier schon mehrmals lobend erwähnt, anläßlich einer neuen Platte von Benedictum zu schreiben weiß, etwa:
Denn die auf den Lehrstühlen der Qualitätspresse installierten Pop-Hermeneutiker (fast ausschließlich Männer übrigens) ertragen harte Rockmusik im allgemeinen nur dann, wenn sich entweder irgendein Aspekt von Camp, Uneigentlichkeit und Humor hineininterpretieren läßt („The Darkness”), ein paar nachweislich aus dem korrekten Alternative-Rock-Kosmos migrierte Künstler beteiligt sind („Probot”), dem Krach genug reduktionistische Punk-Trockenheit unterlegt ist („Ramones”), die Mode es verlangt (das gesamte „Nu Metal”-Genre) oder eine Aufladung mit lizenzpflichtigen linksliberalen Anliegen stattgefunden hat („Rage Against The Machine”).
Und weiter Dath, sich über eine überaus lückenhafte Heavy Metal Anthologie aufregend, in der (meine Worte) nur allerseichtester Mainstream-Durchschnitt, aber nicht die echten (vermutlich schwarz-ledernen;-) Perlen des Genres berücksichtigt wurden:
So also geht Klassenzensur kleinbürgerlicher Popliebhaber mit Abitur – vielleicht sollte der Gesetzgeber einen Erlaß verabschieden, der nur noch Menschen die Beschäftigung mit harter Rockmusik gestattet, deren Eltern für die Ausbildung der Gören arbeiten gehen mußten („arbeiten” wie in „lebenslänglicher Erwerbstätigkeit ohne Aufstiegschancen, voller Langeweile, physischer Qual und deprimierender Herzensödnis”, nicht wie beim Oberstudienrat, bei der Staatsanwältin und beim Landschaftsarchitekten).
Das will ich mal woanders besser lesen. Respekt. Und das in einer Zeitung, die beim Oberstudienrat, der Staatsanwältin und dem Landschaftsarchitekten jeden Morgen in den stolz am Einfamilienhaus angeschraubten FAZ-Zeitungshalter geschoben wird. Einen Satz wie “Wer das nicht laut hört, hört es gar nicht” muß man wohl lange suchen in anderen Musikkritiken der FAZ.
Oder hier nachlesen, im super-coolen Internetauftritt FAZ.NET