Es geschah nur aus Versehen und es kommt ganz ganz sicher auch nicht wieder vor, das nur ganz kurze Reinzappen in Sabine Christiansens ärmliche Fernsehrunde, die wieder einmal das schauderhafteste Personal der Republik versammelte. Der Spiegel schreibt über den Intrigantenstadl, aber tatsächlich ist es doch ein großes Abschaumbad der verlogensten und hinterfotzigsten Medien-Persönlichkeiten dieser Republik gewesen.
Nur mit dem festen Glauben daran, dass diese Runde nicht den Zustand dieses Landes wiederspiegelt, kann man überhaupt weiterleben. Ansehen und anhören kann man sich diesen Schmarrn nicht. FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß und CSU-Generalsekretär Söder reichen ja allein schon für ein ordentliches Armutszeugnis, darüberhinaus aber auch noch Claus Strunz, Chefredakteur der “Bild am Sonntag”, das war einfach zuviel. Und dann auch noch Sabine Christiansen obendrauf, da war die unkritische Masse für eine Schwurbel-Implosion größter Stärke angehäuft und tat sogleich, was ihr aufgetragen wurde, nämlich ihre ärmliche Geistesverfassung und ihr dünnes, allzu dünnes Moralverständnis in die Außenwelt zu diffundieren! Selten hat man mehr Verlogenheit und Bigotterie an einem Platz gesehen, hier waren wirklich vier Gestalten versammelt, die das Mediengesumms aus dem ff reproduzieren, ohne doch auch nur eine eigene, authentische Meinung zu haben oder zu vertreten.
In früheren Jahrtausenden sprach man von den Masken, die die Menschen tragen, das hier waren allerdings Ganzkörperkostüme, die den Leib, aber eben vor allem – und viel schlimmer – die Seele be- und verdecken und ein Individuum, ein originelles Subjekt gar nicht aufkommen lassen.
Thema war “CSU und Co – Intrigantenstadl Politik?” und leider leider ist es nun mal die ‘Philosophie’ (heute kommt ja alles und jedes, und sei es noch so stumpf, nicht mehr ohne ‘Philosophie’ aus) von Sabine Christiansen, in eine Gartensendung nur die Böcke einzuladen, zu dieser Sendung eben nur Intriganten allererster Güte. Als Ankläger der anwesenden Intriganten waren wohl Claudia Roth, Helmut Dietl und Hiltrud Hensen (ehem. Schröder) vorgesehen und das klappte auch ganz gut.
Sehr witzig Frau Roths Invektive gegen Herrn Söder nach dem Motto “die CSU macht immer auf heile Familie, Integrität, Ehrlichkeit, Sauberkeit etc. und beschimpfe die Grünen in ihren Kommunen und Patchwork-Familien als Perverse”, sei als Partei aber tatsächlich ein Haufen von verlogenen, bigotten, unglaubwürdigen Intriganten reinsten Wassers, die ihren Parteivorsitzenden wie einen Hund vom Hof jage.
Wo Frau Christiansens eigene Sympathien liegen, signalisierte sie auch dem letzten Zuschauer durch ihren Trachtenjanker, damit nicht irgendein zufällig reinzappender Zuschauer auf den Gedanken kommt, hier würde neutrales, kritisches oder gar staatsfernes Fernsehen geboten.
Erstaunlich weiterhin, dass Helmut Dietl gemütlich Zigarette rauchend in der Runde saß, schließlich waren Grüne anwesend, und offensichtlich (lt. Spiegel) doch noch eine exzellente Analyse gab:
Da hakt noch Helmut Dietl ein: “Wir haben in Bayern quasi-monarchistische Strukturen.” Der Ministerpräsident sei nicht einfach der Ministerpräsident, “das ist der Fürst!”, ruft Dietl. Und alles, was man gegen Fürsten sage und tue, ja, das sei “Königsmord, das darf man nicht vergessen”. Stoibers königlichen Abgang findet Dietl aber dann doch gar nicht so außergewöhnlich: Ihn ärgere “diese Heuchelei, die hier stattfindet, als sei so was nur in der CSU möglich”. Klar, dort sei es “unterhaltsamer, es hat mehr Sinnlichkeit, weil da Weniger protestantisch sind.”
Und das trifft es wohl ganz gut, eine sauberer, ordentlicher, anständiger, geregelter, respektabler Königsmord ist das Ganze und in einer Monarchie eben so normal wie in anderen, langweiligeren Regierungsformen die Abwahl.
Und dann gab es doch noch ein Quentchen Anstand in dieser Runde von Mediengespenstern von einem, der damit nicht beileibe nicht gesegnet ist: Herr Söder gab nämlich (im Affekt) zum Besten, ein Ewiggestriger in Ewigkeit zu sein: “Ich finde das nicht fair, mir so was vorzuwerfen, ich hab’ mich mein ganzes Leben für Edmund Stoiber eingesetzt. [...] Ich bleib’ mein Leben lang Stoiberianer.”
Bravo.
Ein Kommentar
Herrscht in Bayern Monarchie und übernimmt der FC Bayern die Kontrolle mit ihren Kaiser ?
http://wordpress.matziberlin.de/?p=95
2 Trackbacks
[...] Quelle: Betonblog [...]
[...] Hier und hier gibt es auch noch etwas zum nachlesen über die Sendung. [...]