Rainald Goetz schreibt in seinem Blog (verschweigen wir vornehm den Rahmen, in dem er schreibt):
Die öffentliche Erregung, die Christian Klars Grußwort an den Rosa-Luxemburg-Kongress 2007 ausgelöst hat, hat auch ein Moment von Korrektur an der Vergangenheitsvergessenheit, von Selbstkorrektur des Diskurses an sich. Das Vokabular und die Geisteswelt der Äußerung wird als heute fremdartig und störend, auch als gefährlich identifiziert. Aber der Diskurs kann nicht einfach nur darüber hinweggehen, weil er sich vom Geist des so vergangenheitshaft Gesagten an sich selbst von früher erinnert und dadurch in seiner Identität, die reine Gegenwart ist, provoziert fühlt. Ja, stimmt, so hat man damals gedacht und geredet, ist ja komplett verrückt.
So holt der Diskurs im aktuellen Abstoßungsakt des Vergangenen einen Zweifel an sich selbst und der Totalität seiner Verständnisgrundlagen in seine akutuellen eigenen Prozesse herein, macht dabei die Grenzen der eigenen Gegenwartshysterie noch selbst sichtbar. Vom angeblich so wahnhaft Unverständlichen fällt dadurch ein guter Schatten auf das angeblich so Hochvernünftige des gegenwärtigen Geredes. Wetter in Aufruhr, Rauchen so böse, Kinder so toll, Zukunft im Dunkel.
Hier gehts zum vollständigen Beitrag: Korrektur von Rainald Goetz