Ich habe es jetzt der Sicherheit halber doch nochmal nachgeschlagen, aber alles richtig gemacht mit den Forsythien. Interessanterweise ist die – momentan allerorten blühende – Pflanze nach William Forsyth (1737-1804) benannt, einem englischen Gärtner. Forsyth gilt als der erste Schöpfer eines Steingartens in Großbritannien, gefertigt aus isländischer Lava und nicht mehr benötigten Steinen aus dem Tower of London. (Man stelle sich vor, dass der Richtblock, auf dem Heinrich VIII seine Frauen köpfen ließ, nun in einem beschaulichen Garten steht…) Außerdem gilt er als Erfinder eines Baumpflasters, das mit einer Substanz aus Kuhdung, Urin, Kalkpulver, Holzasche und Sand verletzte Bäume heilen sollte. Forysth erhielt für seinen Pflanzenschutz von der englischen Regierung die erhebliche Summe von £ 1500, da ein optimales Baumwachstum für den Bau der englischen Flotte immens wichtig war.
Da Forsyth ganz anders als Forsythie ausgesprochen wird, stellt sich natürlich die Frage, ob man die Pflanze nun als “Vorßeitzje” oder ähnlich aussprechen muß. Aber wer liest, ist klar im Vorteil: die ehrenwerte Royal Horticultural Society klärt darüber auf, dass die Pflanze zu Ehren von Forsyth durch Martin Vahl, einen Linné-Schüler, als Forysthia eingeführt wurde. Und lateinisch läßt sich das Ganze dann doch wieder aussprechen… Ironischerweise sah Forsyth selber die Pflanze nie, sie wurde erst in den 1840ern in Großbritannien eingeführt.
Wenn man bedenkt, dass die Forsythie aus China stammt und hier erst seit 1833 angepflanzt wird, kann man über die erhebliche Verbreitung nur staunen. Bleibt der Vollständigkeit halber nachzutragen, dass lt. Wikipedia die Forsythie in ökologischer Hinsicht kritisch beurteilt wird, da die meisten Sorten von Insekten gemieden werden.