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Aus dem Kot indonesischer Schleichkatzen

Aaaaaaaaaaah, wie entspannend ist es, nicht in den erlauchten Kreis der Feinschmecker, Gourmets und “Connaisseurs” zu gehören. Nix Molekularküche, kein um ein Nichts herumgeschleudertes Sößchen, kein albernes Gehabe beim Essen, sondern alles à la saison aus dem Garten und, horribile dictu, womöglich sogar mit Kartoffeln.

Und was muß ich da in der gestrigen Sonntags-FAZ/S lesen über den Kaffeeanbau lesen:

Im Falle des wohl teuersten Kaffees der Welt, dem Kopi Luwak, übernehmen diese Aufgabe [die Entfernung des ungenießbaren Fruchtfleisches, das die Kaffeebohne einhüllt, d.A.] indonesische Schleichkatzen, aus deren Kot die angedauten Kaffeebohnen herausgesammelt werden. Das soll dem Ganzen ein besonderes Aroma verleihen, für das der experimentierfreudige Connaisseur rund 1200 Dollar pro Kilo berappt.

Der angedeutete Konjunktiv bezüglich des “besonderen” Aromas ehrt den Autor des Artikels über alle Maßen.

Wir dagegen empfehlen allen “Connaisseurs” dieser Welt, diese Art der Essensverfeinerung unbedingt weiter zu perfektionieren und auszubauen. Der Zeitpunkt für erste Experimente ist ideal, ist doch just die heimische Beerensaison im vollem Gange (Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren etc.) und das auch bei Vögeln so beliebte Steinobst, etwa Kirschen, ist demnächst oder schon erntereif und wird von den kleinen Veredlern bereits eifrig von den Bäumen gepickt. Also nichts wie raus in die Natur und den Vogelkot nach den kleinen, “angedauten” Kernen und Rückständen durchsucht und ab damit in die Pfanne oder karamelisiert “an” einem molekularen Broccoli-Parfait.

Vielleicht klappt dann demnächst auch mit der Documenta.

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    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

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