betonblog.de Blog für schwere Gedanken.

Mein Hausflur, besser als Tatort

fehlalarm.jpg Das Schöne am Woanders-Wohnen, das ist der fremde Blick, der Blick des Ethnologen, der noch über die kleinste, den Einheimischen vertraute und nicht weiter bemerkenswerte, Geste erstaunt sein kann und aus ihr Schlüsse über Lebensweise, Denken und Welt-Bild der Eingeborenen zieht. Die Distanz erlaubt einen quasi-neutralen, allein der Wissenschaft verpflichteten Gedankengang, der Erstaunliches zutage fördern kann.
Aus eben jener Überlegung heraus ist hier in der rechten Spalte unter “Links” auch der originelle Blog passiveaggressivenotes.com aufgelistet, bietet er doch die Möglichkeit, schöne Trouvaillen und Exponate aus der ganzen Welt, will heißen: aus der Welt der zwischenmenschlichen (Büro)Kommunikation, ungefiltert aufzunehmen und über sie (und damit auch die condition humana) nachzudenken (ein besonders feinsinniges und höfliches Fundstück kann man hier bewundern: passive (voice) abuse). Ohne uns damit messen zu wollen, sei auch hier eine passiv-agressive Notiz zum Besten gegeben, denn nichts weniger als das leistet auch dieses Schreiben, das letztens in einem Hamburger Hausflur hing1und in seiner Wirrnis, aber auch in seiner Welterkenntnis eine Menge über die Befindlichkeit jener Spezies aussagt, die wir gemeinhin “Nachbarn” nennen.

  1. Zum Zwecke der Anonymisierung sind die Namen der Akteure ausgeschnitten worden. []
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3 Kommentare

  1. Erstellt am 20.12.2007 um 18:24Uhr CET | Permanent-Link

    laut duden ist beides richtig. ich wollte lediglich ein bisschen foppen. und ein bisschen testen. nur arrogante blogpuristen bestehen nach wie vor auf DER.

  2. Erstellt am 20.12.2007 um 15:02Uhr CET | Permanent-Link

    Na, ob “das” richtig ist, das ist noch nicht so klar. Ich habe deshalb für die Titelgrafik ein Skript eingebaut, dort wird mal “der”, mal “das” angezeigt.

    Verskriptete Rechtsunsicherheit sozusagen.

  3. Erstellt am 20.12.2007 um 13:34Uhr CET | Permanent-Link

    LOL:) es heißt übrigens richtig DAS blog! ein besorgter nachbar.

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    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

    I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created parasitic wasps with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars. (Charles Darwin)

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