14.02.2008

Banken!

Fassen wir mal zusammen:

So, das nur mal zur Lage der Dinge.

Und jetzt erinnern wir uns, wie war das früher?: “Mach erstmal eine Banklehre, das ist was solides.” Die “zur Bank” gegangen sind, das waren nie die Besten, aber es waren die, die irgendwie einen Plan hatten, die einem geheimen, offenbar in ihren Genen (oder doch zumindest in ihren Eltern) angelegten Schema folgten, das auf den ersten Blick als gut und richtig erschien.

Und was muß ich jetzt im Fernsehen sehen? Nieten in Nadelstreifen, Ahnungslose, Versager. Immer klarer wird im Rahmen der Finanzkrise, dass die lieben Bankangestellten im großen Stil (vor allem fremdes) Geld versenkt haben. Und zwar in Finanzprodukte, deren Hintergrund und Funktionsweise sie offenbar allesamt nicht verstanden haben. “Bringt Rendite, machen wir!” scheint der Tagesbefehl gewesen zu sein. Dass die Mehrzahl der sog. “Finanzprodukte” nur funktioniert, weil alle daran glauben1 (dies haben sie übrigens mit Voodoo und ähnlichen übernatürlichen Erscheinungen gemeinsam), war mir schon immer klar. Aber dass die Beteiligten diese Mechanismen auch nicht verstehen, das ist neu. Und furchterregend.

Kann man jetzt als Steuerzahler eigentlich einen Brief an das Finanzamt schreiben?:

Sehr geehrtes Finanzamt,
mit Interesse verfogle ich in der Tagespresse die staatlichen Bemühungen, um mit Hilfe von Steuergeldern diverse Banken vor der Pleite zu retten. Aufgrund eigener finanzieller Pläne sehe ich mich aber leider außerstande, den notleidenden Geldinstituten weiteres Geld hinterher zu werfen (“to throw good money after bad”, wie der Angelsachse sagt). Insbesondere widerstrebt es mir, sehr gut bezahlten Bankangestellten und wirtschaftlich sicherlich nicht notleidenden Führungskräften, Chefs, Abteilungsleitern, Vorständen etc. ihre schlechte Arbeit (m.a.W.: ihr komplettes Versagen) auch noch monetär zu entlohnen und ihnen nach dem Motto “Zuckerbrot und Zuckerbrot” die eigene Dummheit als Normalzustand schmackhaft zu machen.
Ich bitte Sie deshalb, an den entsprechenden Stellen in der o.g. Richtung tätig zu werden und alles zu versuchen, um die (sauer erarbeiteten) Steuermillionen beieinander zu halten oder sinnvolleren Verwendungszwecken zuzuführen.
Hochachtungsvoll

So müsste es gehen.

  1. So wurde es mir glaubwürdig von einem Londoner Investmentbanker versichert. []

Geschrieben von blogschrift in Gedacht | RSS 2.0

Ihr Kommentar: