Ich muss das noch los werden, auch wenn es natürlich schon wieder in dieser schnellen Welt viel zu spät und viel zu langsam ist: wer zufällig und ausschnittweise (meinen hochwertigen Lesern und Leserinnen will ich, so wie mir, nichts anderes unterstellen) am vergangenen Samstag “Wetten, dass” gesehen hat, glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Denn hier kam in einer “Wette” das Fernsehen endlich zu sich selbst, hier zeigte sich der zumeist unter einem notdürftigen Anstrich von Volksbildung schamhaft verbrämte Schwachsinn, die Dummheit in ihrer reinsten Form. Ein erwachsener Mann tritt sich mehr als 45 mal vor den Kopf und zelebriert damit in einer tayloristisch zerlegten Vivisektion eine hochoffiziöse und von einem Zampano eingeleitete getanzte Selbstbeschreibung des Fernsehens, wie man es deutlicher seit den dadaistischen Harald-Schmidt-Shows nicht mehr sehen konnte:
Sollte das jemand gesehen haben und sich dabei nicht gefragt haben, ob das hier vielleicht gerade das falsche Fernsehen, das falsche Leben, die falsche Gesellschaft, ja sogar das falsche Universum ist, dem oder der empfehle ich, sich das Ganze (und wo, wenn nicht hier sieht man DAS GANZE einmal so komprimiert?) noch einmal von vorne anzuschauen.