Der Gedanke, dass wir die reichen Nationen sind, die den Welthandel für die Ausplünderung ferner Regionen betreiben…
Wir sind die Nachfolger der damaligen französischen, englischen und niederländischen Expansionsimperien, die in die Welt hinausfuhren, um Südamerika, die Karibik und den Rest der Welt auszubeuten. Die uns in den Filmen romantisch verklärten Piraten des 16. Jahrhunderts ff., Captain Hook, der Rote Korsar, Captain Blood, die Pirates of the Carribbean sind plötzlich wieder da. Sie entern barfuß die Schiffe Ihrer Majestät, holen sich ihren Anteil am vorbeifahrenden Weltreichtum, greifen die Nachschublinien des Imperiums an und werden von ihm als verachtenswerte, illegale Verbrecher dargestellt.
Der Gedanke, dass der Hauch von Romantik, dass Renegatentum, die Rebellion gegen das Imperium1 sich gegen die eigene Gesellschaft und das eigene Leben gewendet hat, dass man zu dem fetten Imperium gehört, zu einem plündernden Königreich, zum Kapital-Feudalismus, gegen den sich die Entrechteten ihre Rechte nehmen (und man beachte die damaligen Kaperbriefe, quasi-staatliche Legitimationen der Freibeuter, und das nicht-vorhandene somalische Staatswesen, dass Piraten problemlos agieren lässt).
Irgendwo in einem somalischen Haus sitzt ein Geschichtenerzähler und verfasst gerade heroische Piratengeschichten, romantische Geschichten aus Liebe, Freiheit und eroberten Schiffen. Somalische Kinder lernen die Geschichten, die wir wieder an Weihnachtsfeiertagen als Piratenfilme im Fernsehen sehen werden.
- Von dem sogar Star Wars noch profitierte. [↩]