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Schöne Darwin-Artikel und eine völlig neue Sicht auf Raucher

phyllostoma_grayiIn der FAZ gibt es eine lehrreiche Serie zum 200. Geburtstag des großen Charles Darwin. Unter dem Titel Down House schreiben hier verschiedenste Autoren, Disziplinen, Sichtweisen und Lesarten über den großen englischen Naturforscher.

Diesen charmanten Wettkampf der Autoren und Autorinnen wollen wir hier gerne loben, preisen und bewerben, unsere verehrte Leserschaft darauf hinweisen und viele weitere Leser auf dieses — oft philosophische — Schmankerl stossen. Und wir werden sogar die Evolution der Gedanken befördern, indem wir hier den genetischen Code, sprich die Gedanken, eines Autors zum Besten geben und sie so Weiterleben lassen im Kopf von allen Personen, die das hier jetzt lesen. Ausgangspunkt war für den Autoren Carsten Höller die Frage, wie man denn mit Hilfe der Evolution erklären kann, dass einige Tiere besonders auffällig sind, zum Beispiel bunt gefedert oder, wie der Pfau, mit riesenhaften Schwanzfedern versehen sind, während doch die meisten Tiere sich im Gegenteil in Anpassung, Mimikry, Camouflage und Tarnung üben, um zu überleben. Und dann kommt folgender schöner Absatz:

Im Jahr 1975 gelang Amotz Zahavi ein origineller Erklärungsansatz: sein berühmtes „Handicap“-Prinzip. Er schlug vor, solche Überschwenglichkeiten wie den Schwanz des Pfaus als „ehrliche Signale“ zu deuten, die sich nur diejenigen Individuen leisten können, die tatsächlich gesund und geschickt genug sind, um mit diesem Handicap leben zu können. Dass sie trotz ihrer Auffälligkeiten überleben, zeugt von ihrer guten genetischen Ausstattung und macht sie daher als Partner attraktiv. Etwas Ähnliches könnte man über Menschen, die rauchen, sagen, denn dass sie das schädliche Zeug in der Öffentlichkeit inhalieren, zeigt doch, wie gesund sie sein müssen, sonst könnten sie sich das nicht leisten. Im stillen Kämmerlein zu rauchen ist dagegen vollkommen unproduktiv. Auch das Rauchen aufzugeben ist ein starkes Signal (Wille, Durchsetzungsvermögen, zielorientiert), und es ist auffällig, dass ehemalige Raucher so gern ihre nikotinöse Vergangenheit proklamieren.1

So ist das, die Raucher sind die Pfauen der heutigen menschlichen Gesellschaft. Schließlich geht es nicht darum, möglichst lange zu leben, sondern nur darum, das genetische Material in die nächste Generation zu tragen.

Stephen Jay Gould erklärte damit einmal in einem Aufsatz das für die Männchen äußerst gefährliche Paarungsspiel einiger Spinnenarten, zum Beispiel der, nomen est omen, Schwarzen Witwe. Seiner Ansicht nach ist es überhaupt nicht anti-evolutionär gedacht, wenn das Spinnenweibchen nach erfolgter Befruchtung das Männchen auffrisst. Schließlich habe das Männchen sein Genmaterial erfolgreich in die nächste Generation gebracht und würde nun durch das anschließende Verfüttern seines Körpers auch noch die künftige Mutter seiner Spinnenkinder opulent verköstigen.

Denkt daran, liebe Raucher: ihr bringt zwar eventuell euer Genmaterial eine Generation weiter, aber um welchen Preis? Um den Preis des kürzeren Lebens.

  1. Carsten Höller: Down House 25, Darwins Erröten. FAZ v. 16.03.2009. []
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Ein Kommentar

  1. Raucherbein
    Erstellt am 31.03.2009 um 23:12Uhr CET | Permanent-Link

    jou, es funktioniert. Wie sonst würden sich die Schsren von Frauen eklären,die mich belagern. Versoffen und rauchend! Aber vielleicht suchen sie ja nur Hemingway- damit wäre die die Theoriezugunsten einer sollizitanten, oder sollte ich lieber sagen bittstellerischen, aufzugeben.
    P.S.: diesem template folgend benehme ich mich aber auch wie ein Großwildjäger und sie geniessen die “Abschüsse”!

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    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

    I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created parasitic wasps with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars. (Charles Darwin)

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