betonblog.de Blog für schwere Gedanken.

Jetzt im Fernsehen und live gebloggt: Der Fortschritt ist da — Scobel!

Das glaubt man ja gar nicht mehr, dass man so viel Intelligentes in so kurzer Zeit IM FERNSEHEN sieht. Unglaublich.

Und wenn es mit rechten Dingen zugehen würde in dieser Welt (doch ach, was führen wir da in diesem flüssigen Medium für ein Wort in unserem virtuellen Mund…) müssten die Zeitungen morgen früh mit riesigen Buchstaben diese Neuigkeit feiern: es gibt intelligentes Fernsehen, sogar auf einer Metaebene balancierend, selbstironisch, analysierend.

Hier gehts zur Seite zur Sendung, übrigens mit einem Livestream: Der Nutzen von Nachrichten Eine Einordnung des Tagesgeschehens aus philosophischer Sicht.
Einige Erkenntnisse aus wenigen Minuten:

  • Die segnenden Handbewegungen des Papstes in der Messe zur Gemeinde bedeuten eigentlich: “Bleibt weg, bleibt mir bloß weg!”
  • Google Earth als Blick eines Gottes und als neue Sicht auf die Welt, objektivierend und all-übersichtig
  • Die Worte “Oberhaupt”, “Oberhaupt der Kirche”, “Weltgemeinschaft” sind fremd, hohl, reiner Schein.
  • Die Sprache der Medien, voll von zusammengebackenen Adjektiven, die nur noch hohl sind, die keiner mehr hören will.
  • Der Staat steigt aus Ratlosigkeit bei der Hypo Real Estate ein, um zu zeigen, das er handelt, das er stark ist, das er begreift, was gespielt wird. Und nicht etwa aus sachlichen Gründen.
  • Die Bankenwelt wird von einer Funktionselite gebildet, die sich von Tugend etc. abgeschottet hat. Deshalb lacht die Bankenwelt darüber, dass ihre Verluste jetzt von den Steuerzahlern übernommen werden.
  • Da spricht der Philosoph, nämlich Kurt Flasch: “Die (Nachrichten und auch die Bänker) kümmern sich einen Dreck um unsere Gerechtigkeitskonzepte.”

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  • Motti

    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

    I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created parasitic wasps with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars. (Charles Darwin)

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