Aber: auch mit lauter 1er-Absolventen hätte Herr Schneider die Schlacht vor Moskau nicht gewonnen!
Was läuft hier und wie sollte man so ein Interview einem Ausländer erklären? Alexander Kluge, der erzählerische Fortsetzer der Frankfurter Schule, interviewt das mit dem Eisernen Kreuz dekorierte Gesamtkunstwerk Helge Schneider, der als Major und Studienrat den Führer entblößt, den er selbst in einem leider viel zu wenig erfolgreichen Film spielte und redet davon, dass man mit Gesang den Krieg gewonnen hätte.
Und Kluges “Ja, nich, ja, ja”, von dem man nie weiß, ob es eine Frage oder eine Feststellung ist, macht das Ganze sehr sehr groß. Unbedingt anschauen und staunen über uns Deutsche, die solche dollen Sachen hinkriegen: Krieg ist das Ende aller Pläne. Alexander Kluge interviewt Max von Gerlach.
Zur Stimme Alexander Kluges hat Jan Philipp Reemtsma alles Wichtige in seiner Laudatio zur Verleihung des Georg Büchner Preises an Kluge gesagt: “Ihre [Kluges] Stimme (und schon bin ich nicht mehr bei der bloßen Physiologie) mit ihrem Timbre aus Freundlichkeit und Genauigkeit, trainierter Naivität und Insistenz” (Jan Philipp Reemtsma: Laudatio zum Büchner Preis 2003 für Alexander Kluge)
