Das würde sich natürlich nicht geziemen, einem Habermas mit einem lockeren “Glückwunsch, Jürgen” zu gratulieren. Jürgen Habermas ist eine Autorität, und wenn diese Bezeichnung im besten intellektuellen Wortsinnn auf jemanden zutrifft, dann ist es er. Aber was ist das für ein Tag, an dem er seinen 80. Autoritätengeburtstag feiert und gleichzeitig ein Ralf Dahrendorf stirbt? Was hat denn da den Schnitter geritten, so etwas zu tun?
Wie dem auch sei, der persönliche Zugang zu Habermas sieht so aus, wie es sich für eine Respekt gebietende Autorität gehört: nie bis in die innersten Gemächer vorgedrungen. Will heißen: nie den Mords-Trumm der “Theorie des kommunikativen Handelns” gelesen, und das trotz etlichen Seminaren an der Uni über “Kritische Theorie” (sogar bei einem bärtigen Adorniten) und einem Habermas-Seminar. Viel gelesen von Habermas1, aber wie gesagt nie bis zur Theorie des kommunikativen Handelns vorgedrungen.
Bei der Lektüre der anderen Bücher immer wieder bewundert (und gewundert), wie einer so weit in die international Philosophie hinein wirken konnte und sich gleichzeitig auch noch so regelmäßig und klug in die politische Diskussion eingemischt hat. Seine regelmäßigen Bände in der Edition Suhrkamp2 mit den Wiederveröffentlichungen seiner Einmischungen sind echte Tagebücher der Republik, in der so viel falsch lief und läuft.
Herr Habermas, feiern Sie schön und genießen Sie Ihren 80.!