30.06.2009

Bürgerkrieg – mit herausnehmbarer Deutschlandkarte

Der alte Lenin wars, der einst spottete: “Wenn ein Deutscher einen Bahnhof besetzen will, dann kauft er sich erst mal eine Bahnsteigkarte”.1 Und nichts, wirklich nichts anderes erwarten wir ja auch von unseren mülltütentragenden Gewerkschaftern.

Um so mehr amüsiert uns nun, dass der Journalist Udo Ulfkotte, wie die Telepolis berichtet, ein Buch namens Vorsicht Bürgerkrieg! Was lange gärt, wird endlich Wut geschrieben hat. Und niemand sollte der schillernden Figur des Herrn Ulfkotte die Befähigung dazu absprechen, lebte er doch lt. Wikipedia lange in politisch instabilen Staaten und wollte 2007, ebenfalls lt. Wikipedia, “seine neue Partei auf der Grundlage von Bürger in Wut gründen”. Zur, vorsichtig gesagt, problematischen Ausrichtung von Herrn Ulfkotte gibt ebenfalls der Wikipedia-Artikel unter der Zwischenüberschrift Kritik und Resonanz beredte Auskunft.

Viel mehr hat uns aber amüsiert, was die Telepolis über Udo Ulfkottes neues Buch zu schreiben weiß:

Für das Buch, das im wenig vertrauenserweckenden Kopp Verlag – dem nach eigener Darstellung “Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften” – erscheint, wird auch so geworben: “Immer, wenn in der Geschichte eine schwere Wirtschaftskrise, ethnische Spannungen und staatlicher Machtzerfall zusammen kamen, hat es blutige Bürgerkriege und ethnische Säuberungen gegeben. Die Geschichte wiederholt sich. Was können Sie tun, um sich und Ihre Familie noch rechtzeitig zu schützen? Inklusive großer Deutschlandkarte zum Herausnehmen. Mit allen bürgerkriegsgefährdeten Gebieten.”

So wird das kommen, dass der antifiskalische Bürgerkrieg losbricht und sich verängstigte Industriellenfamilien (die Burdas auf einem von Pferden gezogen Aston Martin, Frau Schaeffler gut-döhnhoffisch auf einem Trakehnerhengst, ihren Pelzmantel als provisorischen Sattel nutzend, der Ackermann, getarnt als Bettler, zu Fuß auf dem Weg nach Lichtenstein) durch Deutschland schleichen müssen, in der Tasche immer die schon ganz abgegriffene Deutschlandkarte von Udo Ulfkotte, die sie ständig heraussuchen, um dem nächsten Krisenherd auszuweichen, einer weiteren Verprügelung durch geprellte Steuerzahler zu entgehen und dem wütenden Mob auszuweichen.

So wirds kommen. Ehrlich.

  1. Leider konnten wir dieses Bonmot nicht verifizieren, eventuell handelt es sich dabei auch um eines der vielen kulturellen Mißverständnisse, eine urban legend des Feuilletons. Den werten Lesern sei in diesem Zusammenhang ein überaus intelligentes und witziges Buch von Eckhard Henscheid, Gerhard Henschel und Brigitte Kronauer empfohlen, ach was, ans Herz gelegt: Kulturgeschichte der Mißverständnisse: Studien zum Geistesleben
    []

Geschrieben von blogschrift in Gelesen | RSS 2.0

Ihr Kommentar: