Das finden wir charmant, sehr charmant, dass der Bund mündiger Bürger, kurz BmB, zur Kontoeröffnung bei der Bad Bank aufruft.
Im Kontoantrag heißt es unter anderem:
ANTRAG auf Eröffnung eines Sollkontos bei der BUNDES BAD BANKHiermit beantrage ich die Eröffnung eines Sollkontos mit 100%iger Staatsbürgschaft in unten bezeichneter Höhe bei der BUNDES BAD BANK (BBB). Ich versichere, dass ich auf Grund der Wirtschafts- und Finanzkrise meine systemrelevante Position als Unternehmer und Konsument ohne staatliche Bürgschaften nicht länger garantieren kann. Ich verpflichte mich weiter, künftig alle finanziellen Risiken ausschliesslich über mein Konto bei der BBB abzuwickeln und erkläre, dass ich weder mein Konsumverhalten noch mein Geschäftsgebaren in irgendeiner Weise ändern werde. Ich akzeptiere die AGB und habe insbesondere zur Kenntnis genommen, dass eine nicht genehmigte dauerhafte Unterschreitung des Bürgschaftvolumens die BBB zu einer einseitigen Kontokündigung berechtigt. Ich teile jeden Umstand, der meine Kreditunwürdigkeit beeinflussen könnte, umgehend der BBB mit.
1. Antrag auf Eröffnung eines Sollkontos bei der BBB mit folgender Bürgschaftsgarantie
(Zutreffendes unterstreichen)
a) 10.000 EUR b) 20.000 EUR c) 50.000 EUR d) 100.000 e) unbegrenzt
Ich bin damit einverstanden, dass die BBB meinen Kontorahmen jederzeit unangekündigt erweitern kann, ohne dass dafür Gegenleistungen fällig werden.
Ohne für den Bund mündiger Bürger weitere Sympathien zu hegen (die Herren (es scheint tatsächlich vor allem eine Männerpartei zu sein) sind unverständlicherweise für Einschränkungen des Nichtraucherschutzes), so wirft diese Aktion doch die Frage auf, warum man den Banken horrende Geldsummen zu ihrer Erhaltung in den Rachen geworfen hat1 aufgrund einer angeblichen “Systemrelevanz”, dieses Geld dann aber vom – oft redlich wirtschaftenden- Bürger genommen hat (um nicht mit Sloterdijk zu sagen, dass der Bürger und vor allem kommende Generationen vom “kleptokratischen” Staat ausgeplündert wurden).
Man muß zumindest einmal fragen dürfen, ob es nicht besser gewesen wäre und in den nächsten Monaten besser ist, wenn man das eine oder andere nicht mehr funktionierende Unternehmen (Opel, Porsche, Karstadt, Quelle, Hypo Real Estate und diverse andere Banken) so wie Lehman Brothers (ohne die läuft die Welt ja auch weiter) einfach pleite gehen läßt.
Denn zur Zeit, mit der von der Politik gewählten Lösung, zu Erhaltungszwecken horrende Steuermilliarden (die alle erstmal von einfachen Menschen erarbeitet und gezahlt werden mussten) in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen, ist das Geld einfach weg und es muß gefragt werden, ob sich die Kosten für die Steuerzahler mit dem möglichen Ertrag (z.B. funktionierendes Wirtschaftssystem aufgrund weiterexistierender Banken) in irgendeiner Weise die Waage halten.
Ganz ungeachtet der eher populistischen Frage, ob die Steuergelder vor allem für exorbitante Bänkergehälter und Abfindungen ausgegeben werden, sollte jemand die Frage beantworten, ob es nicht wirklich billiger für alle ist, jetzt einen schmerzhaften Schlußstrich zu ziehen und das Problem nicht von den gleichen Leuten (m.a.W.: den Banken) lösen zu lassen, die das ganze Problem verursacht haben.
- To throw good money after bad, wie der Angelsachse sagt. [↩]