Aaaaaach, ach, ach, tagelange intensivste Zeitungslektüre, ohne einen wirklich originellen Gedanken zu finden (oder zu haben). Doch dann das Interview mit David Hockney in der FAZ vom 25.7.:
Wäre künstlerischer Fortschritt die Durchbrechung der Gehgewohnheiten?Ich bin gerne in Baden-Baden. Normalerweise gehe ich morgens schwimmen. Neulich habe ich stattdessen einen Spaziergang gemacht, unter den Bäumen der Lichtentaler Allee. Die einzigen Leute, die schlendern, haben Hunde. Sie sehen etwas. Alle anderen bewegen sich so: (demonstriert die mechanischen Bewegungen des „Nordic Walking“). Sie scheinen besessen von ihren eigenen Körpern. Und nehmen nichts wahr. Ich bin nicht sicher, ob sie wirklich gesünder sind als ich. Der Philosoph Alain Finkielkraut hat Präsident Sarkozy kritisiert, weil er Jogging betreibt. Jogging sei Körpermanagement, Gehen ein geistiger Akt.
Genau.
Man nehme sich die Muße und beobachte die Jogger. Ausschüttung von Glückshormonen? Euphorischer Zustand? Pffff, von wegen: unglückliche, vereinzelte, asoziale Menschen, die vor etwas davon oder etwas hinterherrennen. Und nicht ein Philosoph unter ihnen.
Wenn wir mit Herrn Finkielkraut auch sonst nicht viel Gedanken teilen: diesen schon.
Ein Kommentar
Sorry, aber ich habe selten so einen Blödsinn über das Laufen gelesen. Offenbar sieht jeder nur, was er gern sehen möchte und neidet vielleicht sogar das Glückhormon, das dem Läufer befällt, wenn er nach einer Stunde befriedigt unter der Dusche steht.
Und die vielen originellen, kreativen Gedanken, die mir bereits beim Laufen gekommen sind, möchte ich nicht missen.