Es mag jeder denken, was er oder sie will bei dem Video, das man hier und auf Spreeblick mit einem entschärfenden und sicherlich vernünftigen Begleittext sehen kann, aber wie investigative Polizeiarbeit sieht das nicht gerade aus: Ein Mann mit Fahrrad wird, nachdem er von einem offenbar höflichen Polizisten eine Auskunft erhalten hat und sich mit seinem Fahrrad an der Hand vom Ort des Geschehens weg bewegt, von dessen Kollegen aus der Menge gezerrt und voll ins Gesicht geschlagen.
Merkwürdige Koinzidenz mit dem braven Bürger, der in München gegen randalierende Jugendliche vorgegangen ist und totgeprügelt wurde. Der Bürgersinn, der sich nicht im Zugucken erschöpft, sondern in der aktiven Teilnahme am Geschehen, sei es an einer Demonstration, sei es im aktiven Verteidigen eines kategorischen Imperativs, wie ich ihn dem Münchener Bürger unterstelle, macht den eingreifenden Bürger offenbar zum Freiwild, den man durchsuchen darf, dem an den Platz verbieten darf, den man schlagen, ja verprügeln darf.
UPDATE: eine gute, ausgewogene Übersicht über die Diskussion im Internet zu dem Vorfall und die web-typischen neuen Umgangsformen gibt es in der Schaltzentrale: Der Krieg der Kameras.