Das fanden wir sehr schön zu lesen, die ganze Skizze des Freitags über den sog. “Kritikerempfang” bei Suhrkamp. Für alle Illiterati: Suhrkamp, das sind aus Staub bestehende Frankfurter Schnarchnasen, die wie so viele andere meinen, die Originalität des Denkens hänge am Ort des Daseins, und deshalb nach Berlin ziehen (hier übrigens die Seite zu den Konsequenzen aus so einer Denke: ex-Suhrkampler suchen Jobs):
Wichtiger als die Kunst sind die Gespräche. Rainald Goetz pflaumt mich an, ob ich dieses Blog im Freitag gegen die Krebsliteratur verbrochen habe. Die ehemalige Kulturstaatsministerin Christina Weiss erklärt mir, warum sie für Claudio Magris als Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels gekämpft hat. Der Kollege Magenau von der Zeitschrift Literaturen erklärt mir, warum ihn sein Verlag nach einem halben jahr schon wieder rausgeworfen hat.Die Pressesprecherin des Suhrkamp-Verlages fragt mich, ob sie mit Schöneberg die richtige Wahl für ihre neue Heimat Berlin getroffen hat. Die FAZ ist fast vollständig vertreten. Ab und zu huschen Cees Noteboom und Alexander Kluge durchs Bild. Man steht lässig, parliert und scherzt über den trockenen Mandelkuchen, der hier seit 50 Jahren gereicht wird. Mit jedem Glas Rotwein verschwimmen die Grenzen auf die man sonst so pocht. Und irgendwann verlässt der angeheiterte Kritiker diese Hochdruckkammer der Prominenz mit dem schönen, aber ganz und gar täuschenden Gefühl, fast so wichtig zu sein wie die Autoren, auf die er natürlich weiterhin ein äußerst kritisches Auge haben wird.
Gefunden im wirklich lesenswerten freitag: Bei Ulla. Von Ingo Arend.
Ach ja, noch was: Schöneberg geht gar nicht. Aber für Suhrkampler ist es ok.
Wir lesen Galiani, später mehr über den reizenden neuen Galiani-Verlag.