Die Post wundert sich, dass niemand mehr Briefe schreibt.
Schnüff, schluchz, uns kullern die Tränen runter, ehrlich.
Dabei hat die Post doch den Briefträger schon längst abgeschafft, der kommt nämlich nur noch sporadisch und wann er will. Und die Postämter, einst der Stolz jeder Stadt und mit der örtlichen Bank in Sachen Prunk & Protz konkurrierend, sind längst zu vollgestellten Resterampen für minderwertiges Schreibmaterial verkommen, in denen die Kunden lange Schlangen und schlechtes Personal erwarten.
Man schaue sich nur diese trashigen Orte der Postämter genau an: schlechte Werbung, handgemalte Zinsangebote, schlechte Grußpostkarten mit Witzen auf Ballermann-Niveau und verkitschten Sinnsprüchen, ein Personal ohne Motivation, dazu eine endlose Stempelei, Unterschreiberei, Quittiererei und “Moment, da muß ich mal hinten nachschauen” für Pakete, die faule Paketzusteller aus Lust & Laune dann doch nicht zustellen wollten.
Großkotzig als “Deutsche Post World Net” auftretend (da ist es eigentlich nur noch ein kleiner Schritt bis zum Skynet), hat man das Posthorn verabschiedet, eine starke Marke gegen die Wand gefahren und mit seinem absurden Produkt-Englisch auch noch den letzten Kunden vergrault.
Irgendwie komisch, das niemand mehr Briefe schreibt.
Vielleicht aus dem gleichen Grund, aus dem niemand mehr bei Quelle bestellt.