01.12.2009

Die Weihnachtsbaumzusammensetzanleitung begeistert jedes Jahr aufs Neue

Es ist diese Lakonie der vergangenen Zeiten, die einem irgendwann klar macht, dass man, genau wie die anderen um einen herum, älter wird.

Die zunehmende und immer unerträglicher werdende Geschwätzigkeit selbst von Kühlschränken, Schuhen, Uhren oder Autos lässt einen nostalgisch werden und irgendwann ist die miese Gegenwart dann halt doch zur “guten alten Zeit” geworden. Am deutlichsten wird das jedes Jahr beim Weihnachtsbaumzusammensetzen und dem intensiven Studium der beiliegenden Anleitung.
weihnachtsbaum

Der Phantasie (schön altmodisch mit “Ph” geschrieben) des geneigten Lesers und der geneigten Leserin bleibt es überlassen, sich den “ansprechend farbig bedruckten Flachkarton” selbst vorzustellen. Es wäre einfach zu mühsam, den auch noch einzuscannen. Aber vielleicht gibt es demnächst noch ein Foto dieses so schön still und einfach daherkommenden Produktes, dass heutzutage wahrscheinlich “Christmas Kit” o.ä. heißen würde.

Der Baum verrichtet derweil still, anspruchslos und nichtnadelnd seinen Dienst und jedes Jahr kann man sich, gut deutsch die “german angst” kultivierend, fragen, ob die Produktion eines solchen Plastikbaums mehr Bäume gekostet oder gerettet hat.

Geschrieben von blogschrift in Gedacht | RSS 2.0

Bisher 3 Kommentare zu “Die Weihnachtsbaumzusammensetzanleitung begeistert jedes Jahr aufs Neue”

  1. Tech-o-matic meint:

    Also was das Baumlebenretten bzw. -kosten angeht, so kann ich dich beunruhigen. Der gemeine Weihnachtsbaum wird ja nicht aus der „freien“ Natur entnommen, sondern industriell in sogenannten Schonungen gewonnen. Wird er nicht gekauft („dank“ Plastsurrogaten), so wird er auch gar nicht erst angebaut. Das ist also ganz ähnlich wie bei Mastschweinen. Oder der §218-Problmatik.

  2. Zweiminus meint:

    Ah, vielen Dank für die Veröffentlichung dieser feinen Bedienungsanleitung. Ich muß gleich an Loriot denken und stelle mir die Familie bei dieser anregenden Beschäftigung vor.

    Dieser letzte Satz: “Kinder und Erwachsene finden hierin eine anregende Beschäftigung” ist auch schon wieder fast traurig, man könnte überlegen, solche Hinweise bei modernen Produkten wieder einzuführen.

  3. Tech-o-matic meint:

    Weil ich in solchen Sachen echt pedantisch bin:
    http://www.dradio.de/kulturnachrichten/2009121314/8/
    Hast es wohl bald geschafft!

Ihr Kommentar: