Ein interessantes Interview mit dem Geographen Professor Heiner Monheim auf news.de: «Das Auto ist ein Armutsmodell». Ein Zitat daraus:
Es gibt Städte, die haben viel weniger Autoverkehr, meistens sind die Leute dort überdurchschnittlich klug und überdurchschnittlich reich. Das Auto ist ein Armutsmodell. New York hat ganz wenige Autos, Universitätsstädte haben wenige Autos. Das Ruhrgebiet hat viele Autos, das Saarland hat viele Autos. Je dümmer die Regionen sind, desto mehr Autobahnen und Autos. Das ist traurig, aber wahr, weil Beton das Hirn ziemlich vernebelt, und in den meisten politischen Gehirnen ist noch ganz viel Beton verarbeitet. Sie müssen warten, bis das Betonhirn ausgestorben ist, das ist die Tragik.
Und:
Wie sieht denn Ihre Vision aus?
Monheim: Wenn wir das ganze Geld nehmen, das wir zur Zeit ins Autosystem stecken, und neu verteilen für Fuß-, Fahrrad- und öffentlichen Verkehr: Dann können Sie vergoldete Busse und Bahnen mit Diamantnadeln vorne im Kühlergrill bezahlen, wo sie mit weißen livrierten Handschuhen begrüßt werden, und sie kriegen den Kaffee an den Platz gebracht.
Und:
Haben Sie Hoffnung, dass es [das vergoldete Publicar] was wird?
Monheim: Natürlich. Lassen Sie die Staus noch dreimal so lang werden, irgendwann macht es keinen Spaß mehr. In der Wirtschaft hört man immer, Innovation und Effizienz sind wichtig. Der Verkehr ist das Gegenteil. Wahrscheinlich kommt die Innovation aus der Wirtschaft: wenn die Bosse ein neues Geschäft wittern.
news.de: «Das Auto ist ein Armutsmodell»