Das fanden wir so schön und dann ist es eben doch leider länger als 140 Zeichen, liebe Youtube- und Twitter-Generation:
Jeden Morgen verwandelt man sich vermittelst Chemikalien, Wasser & Seife, aus einem spreizhaarigen fettigen Troll in ein glattköpfig=kühles Gedankenwesen. (Schmidt, Arno; Die Gelehrtenrepublik, 1957, BA I/2, S. 305)
Schön.
Da soll nochmal einer sagen, dass Sprache keine Bilder malen kann. Und mit der Platitüde, dass “ein Bild mehr als 1000 Worte sagt”, kommen ja auch nur die ganz unbelesenen Rüpel um die Ecke.
Aber was soll man Menschen auch sagen, die keine “Schwarzen Spiegel”, keinen Lichtenberg-Aphorismus und keine Vokalakrobatik von Oskar Pastior gelesen haben? Soll man da sagen “Mensch, nimm Dir doch mal die paar Stunden, lass den ganzen Serienscheiß hinter Dir und überlege Dir, wie Du an der langen unsterblichen Reihe der eigentlich ja nur einen (großen) Gedanken weiterdenkenden Reihe von Autoren seit Platon mitschreiben könntest?” Nee, das sagt man dann wohl doch nicht.
Ein Kommentar
Harry Rowohlt (?):
Ein Buch sagt mehr als tausend Worte.