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Burlington-Trash

Burlington Trash bei Karstadt Liebe Burlington-Sockenstricker,

ich habe euch immer als besonders edle Sockenmarke wahrgenommen, auch wenn ich von euch noch nie Socken gekauft habe. Zu teuer, zu edel, aber immerhin ein distinguiertes Produktversprechen, irgendwie das Ben Sherman oder Fred Perry für die Füße: eigenwillig, sehr englisch, aber eben auch komplett überteuert und nur für jene, die auch noch an den Füßen Markenbewußtsein demonstrieren wollen.

Aber was müssen meine Augen da im Karstadt vor 2 Wochen sehen? Eine herrliche Trash-Werbung, wie ich sie eher dem “5-Liter-Fasshalter” für Grillfreunde oder einer möchtegernjugendlichen Limo-Marke zugetraut hätte. Billiges leichtbekleidetes und auch noch glänzend-rotwangiges Mädchen + unglaublich lockerer (Locken+Gitarre!) Typ + absolut hirnverbranntes Wortspiel: Football sucks und Football socks. Wow, da hat der Texter aber wirklich eine tolle Idee gehabt.

Und wir stellen uns die Agentur vor, die dieses Trauerspiel vorgestellt hat: “Da nehmen wir ein nacktes Mädel und einen nackten Typ, beide in Socken, die tanzen auf einem Fußballplatz. Damit kriegen wir die Kids, garantiert! Neue Zielgruppen, neues Produktversprechen, neues Branding!”

Ein herrliches Bild und die großartige Bebilderung des Niedergangs einer Marke, denn hier stimmt ja rein GARNICHTS. Weder saugt Fußball noch macht ihr meines Wissens Fußballsocken (da würden wir ja unseren – leider ohnehin nur virtuellen – Hut vor ziehen), sondern überteuertes Strickzeug für Markenfetischisten. Aber ab jetzt scheinen die Zielgruppen ganz neu definiert zu werden: Ballermann-Gröler, Kampftrinker und Dumpfbacken.

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    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

    I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created parasitic wasps with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars. (Charles Darwin)

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