In der FAZ gelesen und doch sehr geschmunzelt über den vom Stuhl fallenden Roland Koch:
Es geht in Deutschland zu wie in einer dysfunktionalen Familie: Während die Kanzlerin wortkarg immer weitermacht, suchen manche Männer um sie herum die Aufmerksamkeit nach Kinderart, indem sie sich beispielsweise vom Stuhl fallen lassen. Sowohl der Rückzug Roland Kochs wie der Rücktritt des Bundespräsidenten drückten nicht nur den Wunsch aus, endlich mal richtig verstanden zu werden, sondern waren auch als Bestrafung des undankbaren Publikums gedacht: Nun habt ihr uns nicht mehr, das habt ihr davon!
Hier der komplette Artikel über den Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck: Es ist Sonne über Berlin.
Ein Kommentar
Das ist wahrhaftig ein schönes Bild. Die kleinen Buben, die um Aufmerksamkeit kämpfen, in dem sie sich trotzig fallen lassen. Schade nur – ein wenig – (vor allem bei ersterem), dass er sich die Knie nicht aufgeschlagen hat dabei. Er will gehört werden von Mami (Publikum + Merkel), freilich, doch weh tut der sich nicht. Dazu hat er viel zu sehr das Modell “Verfolgende Unschuld” verinnerlicht, das in Deutschland gut ankommt. Wir suchen uns eine Minderheit und behaupten, die schädige uns, verbiete uns den Mund oder was immer. Dann schlagen wir als Mehrheit los: “Die haben uns weh getan. Das muss man sich doch mal wehren dürfen…” Das ist die Logik und Moral der Mobber. Da kennt er sich aus. Da wird er weitermachen. Und immer ganz heil bleiben, auch wenn er symbolisch “vom Stuhl fällt”. Leider. Und das verdirbt eben doch die Freude an seinem Rücktritt – dass er nicht gehen musste (oder gegangen wurde).