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Loveparade – Die gestaute Naturgewalt

Joachim schreibt in seinem Nachruf auf die Loveparade in der NZZ:

Umschlag des Deutungsmusters

Es fällt auf, dass im Moment ihrer Duisburger Katastrophe diese biologische Sicht durch eine soziophysikalische ersetzt wurde: Die Masse erschien nun als Naturgewalt, schwer zu lenken, kaum ansprechbar (man traute den Teilnehmern nicht einmal zu, einen frühzeitigen Abbruch der Parade verständig hinzunehmen), ein Strom, gefährlich wie ein Fluss in Hochwasserzeiten, im Tunnel kanalisiert und ohne Rückhaltebecken, wie es in Berlin mit dem Tiergarten zur Verfügung gestanden hatte. Festhalten muss man, dass die Love Parade weder an Alkohol noch an Designer-Drogen oder zu lauter Musik zugrunde gegangen ist, sondern daran, dass man aus der bewegten eine gestaute Masse machen wollte, eingezäunt und eingeengt in eine Arena, als handle es sich bei dieser Feier, die doch der tänzerischen Freiräume bedarf, um den Besuch eines Fussballspiels. Als die Love Parade starb, war sie nicht sie selbst.

Quelle: Joachim Güntner: Bei ihrem Tode war sie nicht sie selbst. Ein Nachruf auf die Love Parade. NZZ v. 29.7.2010.

Bleibt zu hoffen, dass die hoffnungslos dummen Macher des Mottos “Dance or Die” ebenfalls etwas für die Zukunft gelernt haben.

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  • Motti

    Ich finde Niemanden, der so häufig Recht hätte, wie ich ! (Arno Schmidt: Die Umsiedler, BA I/1, S. 275)

    Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre. (Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, S. 243)

    Schlechtes Benehmen halten die Leute nur für eine Art Vorrecht, weil keiner ihnen aufs Maul haut. (Klaus Kinski)

    I cannot persuade myself that a beneficent and omnipotent God would have designedly created parasitic wasps with the express intention of their feeding within the living bodies of Caterpillars. (Charles Darwin)

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