Archiv für die 'Gedacht' Kategorie
01.09.2010
Typisch Kafka!
Neulich im Klostergarten Seligenstadt: Überall blüht, sprießt, duftet und wächst es. Die Pflanzen stehen in voller Pracht, zeigen ihre sommerlichen Farben und Früchte. Nur die Staude “Franz Kafka” bequemt sich noch nicht einmal dazu, sich oberirdisch blicken zu lassen, geschweige denn im Farbenreigen mitzumachen oder eine Blüte zu präsentieren.
In gut Alfred-Brehmscher-Manier sei deshalb hiermit statuiert: Die Staude “Franz Kafka” ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein mißmutiges Knollengewächs, dass nur an Regentagen eine graue Blüte enthüllt. Die modrig riechenden Blütenblätter fasern zum Rand hin aus und werden nur selten von Spannern und Motten besucht.
So isses im Pflanzenreich.
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11.07.2010
Lutetia ist ein Alesia – großartig
Hmmm, vielleicht doch eine etwas kryptische Überschrift, nur zugänglich für Asterix-Freunde oder Historiker. Aber wie auch immer: da fliegt die ESA mit Rosetta endlos durchs All, ist nach der augenblicklichen Planung insgesamt 10 Jahre unterwegs, hat dabei dreimal an der Erde, 1 mal am Mars Schwung geholt und nimmt gewissermaßen en passant den Asteroiden “Lutetia” auf.
Und was bietet sich dem mitgeführten Kameraauge dann? Wahrscheinlich ein großartiger wissenschaftlicher Gewinn, aber für den Ästheten ein Alesia, ein sandiger Käse, ein Art 130 km langer Riesen-Morbier, der da draußen rumschwebt:
Obwohl, wenn man sich die Bilder der ESA genauer anschaut, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, und wer wer weiß, was ein Lichtenberg, ein Kepler oder Hubble für solche Bilder hergegeben hätte: einen Arm, ein Bein, ein Auge? Wer weiß.
Toll.
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08.07.2010
Ach ja, bayerische Wirtshäuser…
Die Zeiten werden für euch ja immer moderner: die Leute wollen plötzlich eine freundliche Bedienung, gesundes Essen (Fitness-Essen! Oder sogar, horribile dictu: vegetarisches Essen).
Dann plötzlich sollen “Events” her.
Und jetzt auch noch – versteh einer die Welt – gute Luft! “Ja, wos is denn des, des ham ma noach nie g’habt…!”, werdet ihr sicher sagen (natürlich in korrektestem Bayerisch und nicht in meiner verhunzten lautmalerisch-preußischen Annäherung).
Und irgendwann, da werden auf euren holzigen Wirtshaustischen kleine Monitore stehen, auf den Willkommensbotschaften laufen, auf denen über die Geschichte des Hauses berichtet wird, die Wirte sich vorstellen, man seinen Facebook-Account checken und man sich alle Essen auf einem drehenden Teller anschauen kann. Und da hätten wir vorab schon mal eine Idee für euch. Und das Beste: Völlig kostenlos überlassen wir euch diese Idee, die man ja (macht euch zur Spitze der Bewegung!) auch auf einem kleinen Monitor am Eingang abspielen kann:
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07.07.2010
Fritz Teufel ist tot
Schnüff, der große Fritz Teufel ist tot (und die taz widmet ihm einen schönen Nachruf).
Fritz Teufel, das ist der, den wir doch eigentlich zum Bundespräsidenten hätten wählen müssen (aber der Bundespräsident wird ja nicht gewählt).
Und das ist der, der mit seiner Entgegnung “Wenn’s der Wahrheitsfindung dient” (nach einer Aufforderung durch das Gericht, sich zu erheben) ganzen Generationen klargemacht hat, dass auch Autoritäten veralbert und ganz leicht von ihrem hohen (Schlacht-)Ross geworfen werden können.
Dass wir ihm außerdem zum langweiligen Alibi auch das viel bessere B-libi verdanken, sei nur nebenbei vermerkt.
Ein Großer ist weg und was haben wir stattdessen: seitenscheitelige Klassensprecher (hörig ihrer Mutti), die uns “repräsentieren” sollen. Mal sehen, wie das wird und wie das endet.
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29.06.2010
Die heilige Submarie – Ölquelle während der WM versiegt
Das Schöne an der sprudelnden Ölquelle im Golf von Mexiko ist ja, dass sie während der Fußball-Weltmeisterschaft urplötzlich versiegt ist.
Man weiß noch nicht genau, ob es sich um ein Wunder, eine Art submarine Marienerscheinung,1 eine schlichte PR-Maßnahme von BP oder das Eingreifen des – immer gerechten, siehe die spät aber zuverlässig kommende Rache des quasi zombiemäßig wiederkehrenden Wembley-Tores – Fußballgottes handelt.
Auf jeden Fall genießen wir Fußball lieber mit einem kühlen Apfelwein – ohne Sprudel.
- Wobei hier der schöne Gleichlaut zwischen Marien und Marine fast zu einer submarien Erscheinung verleiten könnte… [↩]
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28.06.2010
Freakshow Bundesversammlung

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25.06.2010
Ach, Spiegel,…
…hat Dir eigentlich schon mal jemand gesagt, wie blöd, platt und einfallslos es ist, eine Politikerin mit roten Haaren immer gleich als “rote Rebellin” zu bezeichnen? Hatten wir diese Gemeinplätze, Vereinfachungen und plakativen Nicht-Informationen nicht schon zur Genüge mit Heide Simonis und Petra Pau?
Deine platitüdensatte Journalistenschreibe in allen Ehren, aber hast Du eigentlich bei den anderen 99% der Politiker jemals getextet:
- die graue Eminenz vom Rhein?
- der Silberrrücken der SPD?
- die graue Maus aus Kölle?
- der wandelnde Estrich aus Magedeburg?
- der gefärbte Erich?
- der Grau-Gelbe?
- das Grau-en?
- das Grau-in-Grau der Linken?
- der Grau-same (vielleicht für Finanzminister?)
Nein?
Eben.
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22.06.2010
Hund mit der Hand befriedigen
Wir hatten ja schon letztens darüber geschrieben, mit welch merkwürdigen Suchwörtern Besucher auf unsere Seite kommen.
Jetzt haben wir mal wieder die Probe aufs Exempel gemacht und stellen fest, dass wir aus unerfindlichen, mit anderen Worten ungooglebaren Gründen (die aber sicher auf ähnlich sicheren Algorithmen wie Tiefsee-Ölbohrungen basieren), offenbar im Netz da draußen als Fach-Artikel in Sachen “Hund befriedigen” gelten.
Auf welchem Blogbeitrag oder gar Bildmaterial das beruht, können und wollen wir uns gar nicht erst vorstellen. Wir wissen aber, dass wir nunmehr auch mit diesem Artikel unsere Bedeutung bei diesem Thema ins schier Grenzenlose steigern. Ganz ohne Hund.
Der Begriff der ökologischen Nische bekommt da ganz neue Facetten.
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